HEIMVERSORGUNG

Die Versorgung der Bewohner stationärer Alten-und Pflegeeinrichtungen mit Arzneimitteln ist Aufgabe der heimversorgenden öffentlichen Apotheken. Ihre Tätigkeit ist in § 12a Apothekengesetz geregelt und umfasst insbesondere folgende Aufgaben:

Gewährleistung der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Heimbewohner

Die heimversorgende Apotheke sorgt dafür, dass es nicht zu negativen Wechselwirkungen zwischen den verordneten Medikamenten kommt. Das kann beispielsweise durch Verordnungen verschiedener Ärzten (Hausarzt/Facharzt) für ein und denselben Patienten geschehen.

Die Apotheken prüfen in Rücksprache mit dem Arzt, ob die Medikation altersgerecht und dem Allgemeinzustand des Patienten angemessen ist.

Die Apotheken kümmern sich darum, dass Einnahme der Medikamente so erfolgt, dass sie die beabsichtigte Wirkung voll entfalten. Beispielsweise spielt der Einnahmezeitpunkt eine Rolle. Bei Sonden-Patienten wird geklärt, welche Medikamente in welcher Aufbereitung zu welchem Zeitpunkt einzunehmen sind.

Lieferung der vom Heim bestellten Arzneimittel in das Heim.

Die heimversorgende Apotheke übernimmt gegebenenfalls das Rezeptmanagement, indem sie die Rezeptbestellungen bei den Ärzten für die Dauermedikation übernimmt. Akutmedikation wird sofort geliefert. Im Fall einer Medikationsumstellung reagiert die Apotheke umgehend und liefert das neue Medikament.

Patientenindividuelles Stellen oder Verblistern der Medikamente

Die Apotheken können über den Heimvertrag hinaus mit Patienten oder deren Angehörigen vereinbaren, dass die Medikamente in verblisterter Darreichungsform individuell für den Patienten geliefert werden. Verblisternde Apotheken sind durch Übernahme der Rezeptorganisation eingebunden in das Medikationsmanagement. In den Apotheken laufen alle Informationen zusammen. Für die Dauermedikation werden die Reichweiten berechnet und die benötigten Medikamente nachbestellt. Dieser Service ist kostenpflichtig.

Überprüfung der ordnungsgemäßen Aufbewahrung der gelieferten Produkte für einzelne Heimbewohner durch pharmazeutisches Personal der Apotheke

Prüfung der Übereinstimmung mit der Dokumentation geprüft (BAK-Prüfbogen), der Beschriftung der Packungen (Anbruch-Datum), der Kühltemperatur, der Betäubungsmittel-Aufbewahrung und der Blutzuckermessgeräte.

Dokumentation der Versorgung

Die Apotheken prüfen alle gelieferten Medikamente und Medizinprodukte zu Abrechnungs- und Prüfzwecken dokumentiert.

Information und Beratung

Die Apotheken stehen den Heimbewohnern und den Heimmitarbeitern bei Fragen jederzeit mit Informationen zur Verfügung. Sie informieren und beraten über die Verabreichung oder Anwendung der gelieferten Produkte (Einnahmezeiten, Abstände, Sonden-Typen, Sonden-Ernährung, Priskuskonformität).

"Der BVKA hat seit 2003 die Interessen der heimversorgenden Apotheken vertreten und maßgeblich an der rechtlichen und wirtschaftlichen Etablierung dieses pharmazeutischen Versorgungsbereich mitgewirkt. Der BVVA setzt diese Arbeit unter den sich verschärfenden Rahmenbedingungen für die öffentlichen Apotheken fort."